stopper

Saarivuoma Sameby

Pressemitteilung: Saarivuoma rüstet sich für den Kampf um seine Weidegebiete und Rentierherden zu schützen.

Die samische Rentierzuchtgemeinde Saarivuoma ist nun gezwungen, sich für den Kampf zum Schutz ihrer Rentierherden, als auch ihrer Weidegründe zu rüsten. Der norwegische Staat verlangt, daß Saarivuoma seine Rentiere bis spätestens zum 20. Juni aus dem Altevatn-Gebiet abzieht. Die norwegische Rentierzuchtverwaltung hat den Beschluß gefasst, die Begrenzungszäune, welche von der Rentiergemeinde Saarivuoma zu Kälbermarkierung benutzt werden, in besagtem Gebiet niederzureißen. Außerdem droht der norwegische Staat mit Vertreibung falls der Abzug nicht innerhalb der gesetzten Frist vonstatten geht.
  • der norwegische Staat zwingt uns zum Kampf, wenn er denkt unsere Rentiere zu vertreiben und unsere Anlagen niederzureißen. Es geht nicht, uns aus unserer Heimat zu vertreiben. Wir ziehen nicht von unserem Gebiet fort. Wir kommen vor Ort und kämpfen für das Beste unserer Rentiere und unser Recht auf dieses Gebiet, welches wir seit Menschengedenken nutzten, sagt Per-Anders Nutti, der Vorsitzende der Rentierzuchtgemeinde Saarivuoma.
Norwegen beschwört einen Krieg gegen Saarivuoma herauf, wenn es bis zum äußerten kommt und der norwegische Staat nicht die samischen Rechte, welche vom sogar vom höchsten norwegischen Gerichtshof  im „Altevantn-Urteil“ von 1968 als Gewohnheitsrecht der Rentiergemeinde Saarivuoma und seiner Rentierzüchter auf dieses Gebiet festlegt wurde, auch wenn es sich außerhalb des privatrechtlichen Grundes befindet.
  • Das am meist erschreckende ist, dass der norwegische Staat noch nicht einmal die eigene Rechtsprechung seines höchsten Gerichtshofes respektiert , wenn es um samische Rechte geht. Das Altevatn-Urteil stellte außerdem fest, dass wir dieses Gebiet schon nutzten, lange bevor es einen norwegischen Staat hier oben gab, sagt Per-Anders Nutti.

Einseitige Regulierung von norwegischer Seite
Schweden und Norwegen sind sich einig, dass das „Lappkodicillen“ von 1751 als völkerrechtliches Dokument die Nutzung schwedischer Samigemeinden von norwegischem Gebiet festlegt. Dennoch meint Norwegen, daß sich die Rentiere auf „unerlaubtem“ Weidegebiet befinden, nachdem eine einseitige Regulierung der Weidegebiete per norwegischem Vertragsgesetz von 2005 zum Tragen kam. Die Nutzung dieser Gebiete wurden früher durch Rentierweide-Verträge zwischen beiden Ländern reguliert. Diese Rentierweide-Vertäge bauten ihrerseits wiederum auf dem „Lappkodicillen“ von 1751 auf.

Die damalige schwedische Außenministerin Leila Freivalds erkärte im Mai 2005, dass nach Meinung der schwedische Regierung die neue norwegische Gesetzeslage im Widerspruch zum Lappkodicillen steht. Mehrere Jura-Professoren auf norwegischer und schwedischer Seite stellten den von Norwegen angestrebten Ausschluß von Saarivuoma von dessen „Gewohnheitsrecht-Gebiets“ in Frage. (Siehe Anlage).

Rentierbesitzer aus Saarivuoma werden Protestaktionen in Altevatn am 20.6. ausführen. Die samische Flagge soll feierlich auf samischem Boden gehisst werden. Vor Ort wird auch eine Pressekonferenz stattfinden.

Mehr Information:
Per-Anders Nutti, Vorsitzender der Rentierzuchtgemeinde Saarivuoma.
Telefon +46 (0) 7 02 13 58 41
Henrik Johannes Blind, Saarivuoma Sameby, zugeordneter Lappen-Polizeikommisar laut den Bestimmungen des Lappkodicillen.
Telefon +46 (0) 7 30 89 86 83

(Übersetzung aus dem Schwedischen: Renrajd-Uwe)


Anlage 1

Professor stellt norwegisches Gesetz in Frage
Norwegen „goß sich Wasser über das Haupt“ als man ein Gesetz erließ, welches die Sami von Saarivuoma von dem Gewohnheitsrechts-Gebiet ausschloß. Dieses lässt sich nicht handhaben, wie auch immer man will, meint die Jura-Professorin Kirsti Stöm-Bull.

Sami Radio: Nisse Matti 03.10.2006 kl.06:08

Der schwedisch-norwegische Rentierweide-Vertrag lief schon vor ein paar Jahren aus und die Länder verhandeln soeben einen neuen Vertrag aus. In Erwartung des neuen Vertrages führten die Länder verschiedene Erläuterungs-Gespräche über die jetzige juristische Lage. Schweden verwies auf das alte „lappkodicillen“ von 1751, welchen den schwedischen Rentiergemeinden wesentlich größere Weidegebiete in Norwegen zugestand als der Reintierweide-Vertrag von 1972.

Das Kodicill verboten
Die samische Rentiergemeinde Saarivuoma ließ, in Anlehnung an das „Lappekodicillen“, seine Rentiere während des Sommers weit in norwegisches Gebiet hinein weiden.
Doch Norwegen verabschiedete ein neues Gesetz, welches den schwedischen Rentiergemeinden untersagt sich auf das „Lappekodicill“ zu berufen, was von der Rechtsprofessorin Kirsti Ström-Bull stark in Frage gestellt wird.

  • das Problem ist, dass das norwegische Gesetz einen Sachverhalt einseitig regulieren will, der vorher zweiseitig war. Die Frage ist, ob Norwegen etwas regulieren kann, was schon seit langer Zeit ein Gewohnheitsrecht der schwedischen Sami ist, sagt Ström-Bull.

Das Recht erkannt
Kirsti Ström-Bull meint, dass das „Lappekodicill“ an sich nicht irgendein Recht für die Sami
in Schweden beinhaltet, sondern es bestätigt nur, dass es ein Gewohnheitsrecht gibt und dieses muß Norwegen aktzeptieren. Dasselbe sagt Professor Bertil Bengtsson, welcher meint, dass Norwegen nicht ohne weiteres die Gebiete Saarivuoma´s hiervon ausschließen kann.

  • In dem Fall muß Norwegen eine Entschädigung bezahlen, sagt Bengtsson.

Und Kirsti Ström-Bull ist sich sicher – ungeachtet dessen, ob des neu verabschiedeten norwegischen Gesetztes oder des Kodicill, es muß deren Recht bewiesen werden.
Und da gibt es bereits ein Urteil von 1968 welches schon entschieden ist:

  • das ist das, in diesem Falle wichtige, „Altevann-Urteil“, sagt Ström-Bull

(Übersetzung aus dem Schwedischen: Renrajd-Uwe)


Anlage 2

Polizeianzeige gegen Helge Röslett Oskal, sowie gegen Isak Siri wegen Tierquälerei sowie eigenmächtigem Umgang mit dem Eigentum anderer und unerlaubtem Skoterfahren.

Die Rentiergemeinde Saarivuoma zeigt hiermit durch den Lappen-Polizeikommisar Henrik-Johannes Blind, Helge Röslett Oskal sowie Isak Siri aus dem Rentierdistrikt Hjertind wegen Tierquälerei, eigenmächtigem Umgang mit fremdem Eigentum und unerlaubtem Skoterfahren an.

Am 11. und 15. Mai 2007 befanden sich dieses Personen in der Gegend von Istind. Die Gesellschaft fuhr umher in Istind und Klätten sowie Duolbauolgi wo sie Rentiere mit dem Schneeskoter jagten, mit dem Lasso einfingen, am Schneeskoter  mit Seilen befestigten und sie zu den Autos brachten. Die (Rentier)Bewacher der Rentiergemeinde, Ola Påve und Nils Petter Labba beobachteten den Vorfall und dokumentierten das Vorhaben per Bild. Das Ereignis ist eine rücksichtslose Verfahrensweise gegen unschuldige Tiere und ein kränkender Übergriff auf unsere privates Eigentum. Die Rentiergemeinde Saarivuoma bekam keinerlei Information oder Anfrage vom Rentier-
Distrikt Hjertind bezüglich dieses Unternehmens.

Unabgesehen davon, ob Hjertinds Rentierdistrikt dem neu verabschiedeten norwegischen Gesetz folgte, so hatte man weder das gesetzliches Recht diese Gegend nach dem 15. April zu befahren, noch das Recht zu systematischer Tierquälerei, welche verheerende ökonomische Konsequenzen für die Mitglieder der Rentiergmeinde Saarivuoma hat. Außerdem widerspricht dieses dem Tierschutzgesetz. Dieses wird ebenfalls der Lebensmittelaufsicht und dem Tierschutz mitgeteilt.

Das Lappkodicill ist gleichbedeutend mit dem norwegischen Gesetz und hat von daher in seiner Eigenschaft Vorrang gegenüber den neu verabschiedetem Gesetz, wenn es um die Regulierung der Weiderechte geht. Nach Auffassung der Rentiergemeinde, ist die geltende Vereinbarung zwischen Schweden und Norwegen, wenn es um den Umzug der Tiere in das  jeweilig andere Land geht, immer noch das Lappkodicill. In Übereinstimmung mit dem §18 des Lappkodicill hat die Rentiergemeinde Saarivuoma die Umsiedlung der Rentiere nach Norwegen für das Jahr 2007 angemeldet. Die Gegend welche von der Rentiergemeinde zur Nutzung beabsichtigt war, ist: Uhccanjárga mit der äußeren Grenze Lainavatn, Altevatn, Barduelv. Målselv, Divielv und Skakterdalen bis zur Reichsgrenze. Laut § 10 des Lappkodicill, besitzt die Rentiergemeinde Saarivuoma das Recht zur Übersiedlung der Rentiere in das oben angeführte Gebiet. Wir möchten ebenfalls anmerken, dass unsere Rechte in Norwegen nicht nur auf dem Lappkodicill beruhen, sondern auch zivilrechtlichen Karakter  besitzen und somit auch im norwegischen Recht geschützt sind. Wir weisen ebenfalls auf den Eigentumsschutz hin, den wir in Norwegen auf Grund der Europakonvention für Menschenrechte sowie der ILO-Konvention Nr. 169, als Ursprungsvolk genießen.

Die Rentiergemeinde Saarivuoma sieht die Ereignisse als sehr ernst an und erstattet hiermit eine schriftliche Polizeianzeige.

Övre-Soppero
Lappelänsman Henrik-Johannes Blind

(Übersetzung aus dem Schwedischen: Renrajd-Uwe)

Lappland-Nachrichten
...barn i Björkträsk...Kinder in Björkträsk...
...barn i Björkträsk...Kinder in Björkträsk......
Weitere Einträge auf unserer Facebook-Seite
Newsletter beziehen
Gerne informieren wir Sie über unsere aktuellen Termine, Angebote & Aktionen. Hinterlassen Sie uns einfach Ihren Namen und Ihre eMail-Adresse.

Jochen Schweizer - Wir sind offizueller Partner

Realisiert durch: NEW IMAGINE Werbung | Werbeagentur Kassel