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Windparks machen Rentier-Weideland wertlos

Auch der Norden Skandinaviens und somit das Land Sápmi wird unterdessen mit Windkraftanlagen bespickt. Prinzipiell sind auch die Sami von der Notwendigkeit dieser Energiequellen überzeugt. Land gibt es ja genug. Lediglich die von den Gesellschaften hierfür ausgesuchten Standorte, die sich ausgerechnet auf samischen Rentierweideland befinden, stoßen auf Kritik und verursachen berechtigte, neue Existenzängste.

So wird der geplante Windpark auf dem Rentier-Weidegebiet von Östra Kikkejaure- Sameby das sichere Aus für dessen Rentierwirtschaft bedeuten. Die sich in deutschem Besitz befindende Windkraftgesellschaft Svewind will 1101 Windkraftwerke mit einer Höhe von bis 200 m bauen. Die gesamte Anlage wird sich über eine Fläche von 450 Quadratkilometer erstrecken.  Ein 400 km umfassendes neues Wegnetz, auf dem während der 10 Jahre dauernden Bauarbeiten ca. 100 Lastwagen pro Tag die Transporte übernehmen machen den Rentierleuten der Gemeinde berechtigte Angst.

Die kommunale Regierung hingegen, ist von dem Prestigeobjekt begeistert. Auf das Drängen der betroffenen Sameby und des SSR (Reichsverband schwedischer Sami) mußte Svewind eine sogenannte „soziale Konsequenzbeschreibung“  in Auftrag geben. Diese ergab folgendes:
„….das Projekt wird die Landschaft so verändern, dass dort eine Rentierhaltung nicht mehr möglich ist. Die Sameby verliert einen Großteil ihres Winterweidelandes. Einzige Möglichkeit ist, die Rentieranzahl so zu minimieren, dass keiner der elf Rentierfamilien mehr existieren kann. Die jungen Rentierbesitzer des Ortes werden keine Familie ernähren können und sollten in Betracht ziehen, ihre Heimat zu verlassen und andere Berufe zu ergreifen“.

Eventuelle, noch nicht sichere Teilentschädigung kommen erst in Frage, wenn der gesamte Windpark in ca. 10 Jahren seinen Betreib aufgenommen hat. Das bedeutet im Klartext: 10 Jahre sollen die Sami ohne Einkommen darauf warten bis sie eventuell eine, noch nicht sichere, Entschädigung bekommen. Der Kommentar von Svewind:
„.…das umweltgerechte, übergreifende Interesse an erneuerbarer Energie ist so groß, dass die samische Rentierhaltung diesem sowieso zu weichen habe…!“

Die Sami haben sich in ihrer Not an die schwedische Regierung gewand, wissen jedoch aus der Erfahrung vorheriger Landrechtsprozesse, dass auch hier der Staat das Recht der Urbevölkerung hinter wirtschaftliche Interessen stellt.

Dies ist nur einer von vielen Fällen. Andere samischen Rentiergemeinden Schwedens sind ebenfalls betroffen. Selbst auf ehemals staatsvertraglich zugesichertem Weideland, auf das sich die rentierhaltende Urbevölkerung während der skandinavischen Kolonialisierung zurückziehen musste, wird, wenn es nach den Energiekonzernen geht, nicht mehr von den Sami zu nutzen sein. Per-Jon Fjällgren, der Wortführende von Mittådalen-Sameby kommentiert die Situation wie folgt:

„Wir haben in unserem Gebiet zwei Windparks mit insgesamt 47 Windkraftwerken. Gegen diese haben wir Einspruch erhoben, weil sie unser Rentierweideland nutzlos machen und wir keine Ersatzweide haben. Doch schon dadurch, dass wir die Prozesse um das ehemals zugesagte Recht auf  Winterweideland verloren haben, wurde unsere auf der Rentierhaltung basierende Lebensweise von der Kommune in die Kategorie „Freizeitinteresse“ und damit als „wirtschaftlich bedeutungslos“ eingestuft. So sollen unsere Rechte dem „allgemeinen Interesse“ weichen. Wir befürchten, dass wir die Entwicklung nicht stoppen können und ich sehe unserer Zukunft eher pessimistisch entgegen.“
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