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Das Volk der Sami

Die Sami, früher abschätzig „Lappen“ genannt, sind das letzte Ursprungsvolk Europas. Ihre genaue Herkunft ist umstritten, man vermutet ihren Ursprung jedoch in den Weiten Nordasiens. Früher als Jäger lebend, folgten sie später den Rentierherden nomadisierend und errichteten nachweislich bereits vor 9 800 Jahren (z.B. im schwedischen Arjeplog) feste Wohnplätze (siehe auch Felszeichnungen bei Alta in Nordnorwegen und bei Messlingen /Ruändan im schwedischen Härjedalen). Nach der Halbdomestizierung des Rentieres folgte man den Tieren auf den alten Herdenwegen, jährlich wiederkehrend, von den Sommerweiden auf dem Kahlfjäll (Tundra) zu den Winterweiden in die geschützteren Wälder (Taiga). Die Zurückdrängung der Sami und deren Kultur, früher durch die Staatenbildung der jeweiligen Länder und die sich nach Norden ausdehnende Neubevölkerung und Neusiedler, erreichte ihren Höhepunkt im dem Verbot der samischen Religionausübung und des Ursprungsgesanges Joik (höre Musik: Joik von Jon-Henrik Fjällgren) durch christliche Missionare. Es folgten bis zum heutigen Tag schikanöse Besteuerungen (teilweise für einen Familienverbund in drei Staaten), Entfremdung der eigenen Kultur, indem man Samikinder in speziellen Schulinternaten von den Familien trennte, Diskriminierung und Entrechtung (siehe auch „Existenzkampf der Sami“).

Die Sami heute: Heute zählt man ca. 70 000 Sami. Davon entfallen ca. 40 000 auf Norwegen, ca. 20 000 auf Schweden, ca. 6 000 auf Finnland und ca. 2 000 auf Russland. Ungefähr 10 000 aller Sami leben heute von der Rentierzucht. In Schweden verdienen z.B. gegenwärtig ca. 2 500 Familienbetriebe ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit der Rentierzucht. Diese sind wiederum in 51 Samebyar (Rentierzuchtgemeinden) aufgeteilt. Entsprechend der unterschiedlichen Siedlungsgebiete der Sami, unterscheidet man zwischen den Gruppen der Bergsami (Rentierzucht), der Waldsami (Rentierzucht) und der an der nordnorwegischen Küste lebenden Seesami (Fischfang). Allen Gruppen dient außerdem die Jagd, das Kunsthandwerk (sameslöjd) und zunehmend auch der Tourismus als Erwerbsmöglichkeit. Die Sami haben unterdessen eigene Fernseh- und Radiosender (z.b. Samiradio), Zeitschriften (Samefolket, Min Aigi usw.) sowie eigene Theater (Beaivas in Kiruna). Eine von vielen samischen Jugendorganisationen ist „Saminuorra“. Die Hochschule der schwedischen Sami befindet sich in Jokkmokk. Dort, sowie auch im nordnorwegischen Karasjok, in Inari in Nordfinnland und Lovozero auf der Kolahalbinsel kann man spezielle samische Museen besuchen.

Die samische Tracht ist der Samekolt (Gákti, Gápta). Meist finden sich auch hier die vier Nationalfarben wieder. Schnitt und Musterdesign sind regional unterschiedlich.

Die Sprache: Die samischen Sprachen sind fenno-ugrischen Ursprungs und unterteilen sich je nach Siedlungsgebiet in verschiedene, zum Teil völlig unterschiedliche Dialekte. Von Südwesten nach Nordosten wie folgt:
Südsamisch mit dem Jämtland- u. Åseledialekt, Umesamisch, Pitesamisch, Lulesamisch, Nordsamisch mit den Torneå- Finnmark und Seesamidialekten, Anar-(Inari)samisch, Skoltsamisch, Áhkkil-(Babinsk)samisch, Kildinsamisch und Tersamisch.

Sprach-Karte
Sprach-Karte
Quelle: Aikio, S.; Aikio-Puoskari, U.; Helander, J.;The Sami Culture in Finland, Helsinki 1994

 

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