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Die Rückkehr nach Nordhessen

Betrachtet man die eigene Historie der Sami als letztes Urvolk Europas, versteht man, warum das Schicksal der nordhessischen Samifrau solche Anteilnahme bei ihnen auslöste und den Wunsch erwachsen ließ, den letzten Wohnort ihrer Urahnin zu besuchen. Dieser Wunsch ging als erstes für Iisko Sárá in Erfüllung, den ersten Präsident des finnischen Sami-Parlaments. Mit seiner Frau Tuomi war er nach Deutschland gereist und besuchte während seines Aufenthaltes in Vellmar den Tierpark Sababurg. Dort wurden unsere Gäste aus Lappland von Landrat Dr. Udo Schlitzberger empfangen. Somit war es das erste Mal, dass, nach weit über 400 Jahren, Leute der Sami-Nation den alten Wohnplatz ihrer Stammesgenossin betraten.

Weiteren samischen Besuch bekam die Sababurg durch den Rentierzüchter Nikke Fjällgren aus schwedisch Lappland. Auf seiner Reise nach Australien legte der in Nordhessen einen Zwischenstopp ein.
 
Unterdessen wurde der Sami-Frau im Zuge eines Kulturprojektes ein Denkmal gesetzt. Die lebensgroße Bronzeskulptur fand unter der sogenannten Lappeneiche ihren Aufstellungsort. Da sich der Tierpark Sababurg unter anderem auch den nordischen Tierarten widmet, liegt es auf der Hand, dass man auf Grund der in Mitteleuropa einmaligen Beziehung zur samischen Kultur auch wieder Rentiere zeigt. Die vorhandene kleine Gruppe wurde noch durch den Neuerwerb einiger junger Renkühe aus schwedisch Lappland ergänzt und der kapitale Rentierbulle „Tjeehpes“, inzwischen trainiert zum Ziehen des Rentierschlittens, wurde Vater einer gesunden Tochter (die unterdessen wiederum Kälber setzte). Alle Tiere haben sich gut eingewöhnt und auch die Fütterung stellt im Gegensatz zu früher kein Problem mehr dar.

Eine Veranstaltung besonderer Art erlebten die Tierparkbesucher während eines samischen Informations-Wochenendes. Hierzu war unser nordschwedischer Nachbar und „Rentierlieferant“, der Same Jens Fjällgren, aus unserem nordschwedischen Rentierdorf Mittådalen / Ålme-Gasjien-Johke angereist. In seiner Begleitung befanden sich nebst Frau Malin mit den Söhnen Matti und Nils-Elis auch die samische Kunsthandwerkerin Elisabeth Andersson. Im Zeltlager der Rentierleute wurden Hausrat und Gegenstände des täglichen Gebrauchs ausgestellt und man erfuhr, dass auch heute noch alle Teile des Rentiers Verwendung finden. Egal ob das Horn und die Knochen zur Herstellung von Werkzeugen, die Sehnen und die Haut zur Fertigung der Kleidung oder das Fleisch, das als alltägliche Nahrung dient. Rentierfleisch und selbstgebackenes Fladenbrot konnten die Besucher dann auch gleich im „Lavvo“ dem samischen Nomadenzelt probieren. Außerdem bestand die Möglichkeit sich im Werfen des Rentier-Lassos zu üben. Während seiner Vortragsreise (siehe: die ökologische Weisheit der Rentierzüchter) durch Deutschland ließ es sich auch Pekka Aikio aus Sodankylä, der Präsident des finnischen Sami-Parlaments, nicht nehmen „ein Stück nordische Heimat mitten in Deutschland“ zu besuchen. Der Rentierzüchter und studierte Tiermediziner (Spezialgebiet Rentier) richtete natürlich besonderes Augenmerk auf die Sababurger Rentiere. Ihm folgte einige Zeit später der Lehrmeister unseres Sohnes Reto, der Rentiermann Per-Nils Päivö aus Saarivuoppmi bei Karesuando in Nordschweden, mit seiner Begleitung. Sehr überrascht zeigte sich auch Elle Rávnnäs, eine junge Samin aus Kautokeino in Norwegisch-Lappland, als sie, während eines Schüleraustauschs in Hofgeismar, die Sababurg besuchte und ein samisches Lavvolager vorfand.


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